Infoabend

Irisgetragene Linsen

Die von uns verwendeten Linsen sind ausschließlich die, die an der Regenbogenhaut selbst befestigt werden. Wir setzen solche Linsen seit 15 Jahren ein und haben außerordentlich positive Ergebnisse.

Zur Behandlung der Kurzsichtigkeiten, die außerhalb des Bereichs von Lasik liegen, d.h. von -11 bis -24 Dioptrien und für Weitsichtige bis 10 Dioptrien gibt es Verfahren mit Einpflanzung von Linsen, die in die Vorderkammer des Auges, in den Raum zwischen Hornhaut und Regenbogenhaut, eingepflanzt werden.

Die Operation wird folgendermaßen durchgeführt:

In örtlicher Betäubung erfolgt am Hornhaut-Lederhautübergang bei 12.00 Uhr (d.h. oben) ein Schnitt von 4 mm Länge, der mit dem Diamanten durchgeführt wird. Die Linse wird in die Vorderkammer eingebracht - das ist der Raum zwischen Hornhaut und Regenbogenhaut - und dort an der Regenbogenhaut fixiert. Die Fixation erfolgt über Markierungen, die vor der Operation mit einem Laser auf der Iris erfolgten.

Der Eingriff dauert etwa 20-30 Minuten, und kann ambulant durchgeführt werden.

1. Schritt: Einführen der Kunststofflinse
2. Schritt: Fixieren der Linse

Nach dem Eingriff:

Postoperativ kann das Sehen je nach Reaktion noch einige Tage verschwommen sein. Es müssen Augentropfen, so wie schriftlich verordnet, genau eingenommen werden.
Im Allgemeinen ist über einen Zeitraum von 4 Wochen 3 mal 1 Tropfen pro Tag zu nehmen.

Der Patient darf sich für einen Zeitraum von 4 Wochen nicht schwer belasten. Er darf nicht in gebückter Stellung schwer heben, Bodybuilding oder Yoga machen. Leistungssport ist für einen Zeitraum von 6 Wochen nicht angezeigt. Sportliche Tätigkeiten in den ersten Wochen sollten mit dem Arzt abgesprochen werden.

Risiken:

1.Infektion

Jeder Eingriff beim Menschen kann als Komplikation eine Infektion nach sich ziehen. Diese kann verschieden stark ausgeprägt sein und ist meistens durch Antibiotika zu kontrollieren. Wir haben unter mehr als 800 Operationen keine nennenswerte Infektion gesehen.

2. Langzeitrisiken

Theoretisch denkbar sind Hornhaut-Innenschichtschädigungen, oder Linsenernährungsstörungen der natürlichen Linse, wobei eine Trübung entstehen könnte. Dies würde weitere Operationen erforderlich machen.

Die Innenzellschicht der Hornhaut wird vor der Operation und dann alle 6 Monate kontrolliert. Innerhalb von 15 Jahren haben wir bisher keine nennenswerte Zellverluste oder andere Schäden bei normalen Verhältnissen beobachtet.

Achtung: Die Befestigung der Linse kann sich durch Unfall- oder Sportverletzungen öffnen. In diesen Fällen muß der Kontakt der Linse zur Hornhautinnenschicht vermieden werden, da es sonst zu Innenschichtschäden kommt. In einem solchen Fall muß bis zur Neubefestigung , die nur operativ erfolgen kann, der Kopf hoch gehalten werden.
Für Operationen an der Linse sind Spezialinstrumente erforderlich, die nicht in allen Kliniken zur Verfügung stehen.

Weitere mit der Operation im Zusammenhang stehende Probleme:
Reizzustand, kurzzeitige Druckerhöhung, vermehrte Blendung sind häufig innerhalb der ersten Tage nach der Operation. Sie sind besonders zu erwarten, wenn das Auge durch Kontaktlinsen vorher besonders gereizt wurde.

Weitere Informationen:

Es ist Ziel der Operation zu erreichen, dass der Patient imstande ist, ohne Brille seinen tagtäglichen Aufgaben nachzugehen. Mit einer dünnen Brille kann das Sehvermögen häufig noch weiter verbessert werden.
Auch eine Kombination von Iris-Linse und Laseroperation kann sich bei extremen Kurzsichtigkeiten von mehr als -20 Dioptrien als sinnvoll erweisen.

Wegen der noch relativen Neuigkeit (seit 1990) des Verfahrens wird vereinbart, dass die Patienten sich zunächst nach einer Woche, einem Monat, nach 3 Monaten, nach 6 Monaten und einem Jahr bei einem Augenarzt vorstellen.



Durch die Operation wird die Kurzsichtigkeit optisch behoben, jedoch wird das Auge in seinem Bau nicht verändert. Die Kurzsichtigkeit ist in fast allen Fällen durch ein zu langes Auge im Verhältnis zur Krümmung der Hornhaut bedingt. Meistens ist die Hornhautkrümmung normal, das Auge aber länger als die Norm. Es versteht sich, dass die Achslänge des Auges durch die Operation nicht verändert wird. Kurzsichtige Augen sind stets anfälliger für bestimmte Erkrankungen, vor allem an der Netzhaut, und sollten regelmäßig in jährlichen Abständen vom Augenarzt untersucht werden. Dies gilt also unverändert auch für solche Kurzsichtigen, die mit einer Iris-Linse zu Normalsichtigen gemacht wurden.

Das Sehen in der Nähe:

Fast jeder Normalsichtige braucht von der Mitte des Lebens an eine Brille, um in der Nähe scharf sehen zu können.

Durch die Einpflanzung einer Iris-Linse wird bei den früher Kurzsichtigen dann auch die Erfordernis einer Lesebrille bestehen.
Gelegentlich empfiehlt es sich, geringe Kurzsichtigkeiten absichtlich bestehen zu lassen, wenn dies aus beruflichen Gründen ratsam ist. Dies sollte vor der Operation mit dem Operateur besprochen werden

Altersveränderungen des Auges

Auch die mit einer Iris-Linse korrigierten Augen können von Altersveränderungen erfasst werden. Sollte später einmal ein Grauer Star entstehen und operiert werden, wird die Iris-Linse bei dieser Gelegenheit entfernt und der Graue Star wie üblich operiert.

Die Operation an beiden Augen:

Üblicherweise wird die Kurzsichtigkeitsoperation an beiden Augen vorgenommen werden müssen,

da sonst der Ausgleich des operierten Auges nur mit der Kontaktlinse auf dem anderen Auge erfolgen könnte.

Das zweite Auge kann mit einem Abstand von ca. einer Woche operiert werden. Diese Operation wird aber immer erst dann durchgeführt, wenn der Patient mit dem Ergebnis des ersten Auges zufrieden ist.

Operation und Komplikationsmöglichkeiten können nach den bisherigen Kenntnissen als sehr vertretbar im Verhältnis zur Verbesserung der Lebensbedingungen angesehen werden.

Letztlich muß der Patient selbst diese Entscheidung treffen und er muß erwägen, ob der Eingriff, der zu einer Befreiung von der mit einer starken Brille oder Kontaktlinsen verbundenen Belästigung führt, die möglichen Risiken aufwiegt.